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KI-Projekte scheitern an unerwarteten Betriebskosten – CEOs unterschätzen Skalierungseffekte

Auf den Punkt: Nutzungsbasierte KI-Preismodelle und mangelnde Kostenmanagement-Strukturen führen dazu, dass 49 Prozent der Unternehmen KI-Projekte verschieben oder überarbeiten – Personalabbau bringt nicht die erwarteten Ersparnisse.

Der aktuelle KPMG-Bericht „Global AI Pulse Q2 2026" zeigt: 29 Prozent der befragten Führungskräfte können die steigenden Betriebskosten ihrer KI-Implementierungen nicht nachvollziehen. Fast die Hälfte der Unternehmen hat KI-Projekte bereits verschoben oder neu ausgerichtet, weil Ersparnisse durch Personalabbau ausblieben.

KPMG befragte weltweit 2145 hochrangige Entscheidungsträger in 20 Ländern zu ihren Erfahrungen mit KI-Implementierungen. Ein Kernproblem: Anbieter wie Anthropic, OpenAI und GitHub sind von pauschalen Abonnement-Modellen zu nutzungsabhängiger Abrechnung übergegangen – Token und API-Aufrufe werden einzeln berechnet. Dies führt zu schwer planbaren variablen Kosten, die viele Organisationen unterschätzt haben. Ein Drittel der befragten Manager gab zu, die ökonomischen Strukturen und Kostenmodelle von KI-Agenten nur unzureichend zu verstehen.

Das pauschale Ersetzen von Arbeitskräften durch KI hat sich in der Praxis nicht als unmittelbare Kostensenkungs-Hebel bewährt. 49 Prozent der befragten Organisationen haben KI-Projekte zeitweise verschoben oder inhaltlich neu ausgerichtet – der Grund waren Budgetüberschreitungen oder unklar gewordene Renditen. KPMG diagnostiziert ein grundsätzliches Defizit: „Da nutzungsbasierte Preismodelle immer üblicher werden, bauen viele Organisationen erst noch die Fähigkeiten auf, die erforderlich sind, um KI-Ausgaben effektiv vorherzusagen, zu überwachen und zu verwalten.“

Ein zweites strukturelles Problem liegt in der fehlenden organisatorischen Verankerung von Verantwortung. Viele Unternehmen haben keine Richtlinien etabliert, die regeln, wer bei KI-Fehlern oder sogenannten Halluzinationen die Verantwortung trägt, wer die Kosten kontrolliert und wie Ergebnisse überprüft werden. Steve Chase, globaler Leiter für KI und digitale Innovation bei KPMG International, konstatiert: „Wir sehen eine klare Kluft zwischen Organisationen mit Führungsverantwortung an der Spitze und solchen ohne. Diese Unternehmen erzielen auf ganzer Linie wesentlich bessere Ergebnisse, wie etwa größeres Vertrauen, eine höhere Wertrealisierung und einen etablierten ROI.“

Die strategischen Verzögerungen sind laut KPMG kein Zeichen sinkendes Vertrauens in die Technologie, sondern eine notwendige Anpassung: Unternehmen fokussieren verstärkt auf Einsatzbereiche mit nachweisbarem hohem ROI und bauen gleichzeitig ihre Kostenmanagement-Kompetenz auf.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 13. Juli 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.3.

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