Auf den Punkt: Die EU unterstützt vier kleinere und drei größere KI-Rechenzentren mit bis zu 1 respektive 2 Milliarden Euro öffentlicher Finanzierung aus einem geplanten 30-Milliarden-Euro-Gesamtvolumen.
Die Europäische Kommission hat das formale Verfahren zur Finanzierung von sieben Rechenzentren gestartet, die europäische KI-Modelle trainieren sollen. Ziel ist es, mit einem öffentlich-privaten Modell Europas Abhängigkeit von US-amerikanischen Rechnerressourcen zu reduzieren.
Die Europäische Kommission hat am Donnerstag das formale Ausschreibungsverfahren für sieben Konsortien zur Errichtung spezialisierter KI-Rechenzentren eingeleitet. Das Vorhaben realisiert eine Zusage von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom letzten Jahr, Europa in der KI-Infrastruktur leistungsfähiger zu machen.
Die geplanten Zentren teilen sich in zwei Kategorien: vier kleinere Anlagen mit je 25.000 bis 75.000 spezialisierten AI-Chips sowie drei größere mit je 40.000 bis 100.000 Chips. Die Kommission vergibt bis zu 1 Milliarde Euro für kleinere Projekte und bis zu 2 Milliarden Euro für größere. Die Gesamtinvestition könnte bei 30 Milliarden Euro liegen, wenn private Mittel hinzukommen — die öffentliche Finanzierung darf maximal 35 Prozent ausmachen. Bislang hat die Kommission 1 Milliarde Euro bereitgestellt, weitere 4 Milliarden sind im nächsten EU-Haushaltsrahmen geplant, deren Verfügbarkeit aber noch unsicher ist.
Siegreiche Konsortien erhalten 18 Monate Bauzeit. Deutschland, Griechenland, Portugal, Italien und Spanien unterstützen Projekte für größere Zentren, während Tschechien, Dänemark, Finnland, Frankreich und Polen für kleinere antreten. Jedes Konsortium benötigt Rückhalt von mindestens einer Regierung.
Kritiker hinterfragen, ob die geplante Rechenkraft genügend Nachfrage findet und ob die Initiative nicht bloß die Abhängigkeit von US-Chipherstellern wie Nvidia festigt. Ein Kommissionsbeamter betonte dagegen, dass die aktuelle Infrastruktur bereits „überlastet“ sei. Zugleich räumte er ein, dass US-Provider „omnipräsent“ sind, andere Anbieter aber beim Upgrade helfen könnten. Die Kommission fordert Bieter auf, dokumentieren zu können, wie sie die Anlagen „nachhaltig und energieeffizient“ betreiben.
Quelle: www.politico.eu · Erschienen 30. Juli 2026
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