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Sicherheitslücken in Googles Agent Development Kit zeigen Risiken von Agent-zu-Agent-Vertrauen

Auf den Punkt: Prompt Injections in Pull Requests und Issues konnten KI-Agenten im ADK-Repository dazu bringen, Befehle auszulösen, die für vertrauenswürdige Nutzer reservierte Workflows mit höheren Rechten starteten, wodurch Pull-Request-Reviews manipuliert und Credentials exfiltriert werden konnten.

Der Sicherheitsanbieter Pillar Security hat in den automatisierten Workflows des GitHub-Repositoriums für Googles Agent Development Kit (ADK) für Python Schwachstellen gefunden, über die öffentlich zugängliche KI-Agenten privilegiertere Automatisierungen auslösen konnten. Google hat die betroffenen Workflows nach Meldung entfernt beziehungsweise gehärtet.

Der Sicherheitsanbieter Pillar Security beschreibt in einem Report zwei Angriffspfade im GitHub-Repositorium des Agent Development Kit (ADK) für Python von Google. Im ersten Fall analysierte ein Triage-Agent Pull Requests externer Beitragender und postete seine Antworten über den Account adk-bot, der Collaborator-Rechte am Repository besitzt. Pillar fand heraus, dass in einem Pull Request eingebettete manipulierte Anweisungen den Agenten dazu bringen konnten, einen „@gemini-cli“-Befehl zu posten, der einen eigentlich für vertrauenswürdige Nutzer vorgesehenen Workflow auslöste. Dieser Workflow ermöglichte Befehlsausführung innerhalb seines CI-Runners; der zugehörige GitHub-Token konnte zwar keinen Code pushen, besaß aber Schreibzugriff auf Issues und Pull Requests. Laut Pillar ließen sich damit Kommentare von Maintainern verändern, eine zustimmende Review als github-actions[bot] absetzen und ein legitimer Review-Request entfernen – ein manipulierter Pull Request erschien dadurch als mergebereit. Pillar reproduzierte diese Angriffskette in einer eigenen Testumgebung; ein Maintainer hätte den Merge dennoch abschließen müssen. Google härtete das Repository nach der Meldung.

Einen zweiten, separaten Angriffspfad identifizierte Pillar in neueren Workflows, die auf einem Antigravity-basierten Agenten aufbauen. Ein Angreifer konnte eine Prompt Injection in einem öffentlichen Issue platzieren und dadurch einen Analyse-Agenten veranlassen, den Befehl zu posten, der einen für vertrauenswürdige Repository-Nutzer reservierten Fixing-Workflow startete. Dieser Workflow sollte den Agenten eigentlich auf Git- und GitHub-Befehle beschränken, doch Pillar konnte über Git dennoch beliebigen Code ausführen. Die Forscher demonstrierten, dass sich der persönliche Zugriffstoken von adk-bot aus dem Runner an einen von Angreifern kontrollierten Server exfiltrieren ließ, während dem Workflow zusätzlich ein Google-Cloud-Service-Account-Key zur Verfügung stand. Pillar bestätigte am 2. Juli, dass die betroffenen Workflows entfernt worden waren; Google teilte den Forschern am 21. Juli mit, dass das zweite Problem behoben sei.

Pillar bezeichnet die Funde als den ersten praktischen, real beobachteten Fall von Agent-zu-Agent-Exploitation in einem produktiven Multi-Agenten-System. Sanchit Vir Gogia, Chief Analyst bei Greyhound Research, ordnet die einzelnen Schwachstellen als bekannt ein, sieht aber in ihrem Zusammenspiel eine Veränderung der Autorisierungslogik: Natürliche Sprache sei nun Teil des Autorisierungspfads geworden. Die Berechtigung eines Agenten müsse deshalb nicht nur an seinen zugewiesenen Tools gemessen werden, sondern auch daran, welche privilegierteren Systeme seine Ausgaben auslösen oder beeinflussen können.

Sakshi Grover, Senior Research Manager bei IDC Asia Pacific Cybersecurity Services, benennt drei Fragen, an denen CISOs die Materialität solcher Risiken bemessen sollten: Welche Agenten verarbeiten nicht vertrauenswürdige Inhalte wie Pull Requests, Issues, E-Mails, Support-Tickets oder externe Dokumente? Kann die Ausgabe dieser Agenten direkt oder indirekt einen anderen Agenten oder Workflow mit höheren Rechten auslösen? Und welche maximale effektive Fähigkeit besitzen die beteiligten Identitäten, Credentials und Tools? Bestehende Werkzeuge aus IAM, PAM, CIEM und Application Security liefern laut Grover dabei nur ein Teilbild, da sie einzelne Identitäten, Berechtigungen und unsichere Workflow-Konfigurationen zeigen, aber nicht erkennen, dass diese Komponenten zusammen einen einzigen ereignisgesteuerten Delegationspfad bilden. Gogia ergänzt, Sicherheitsteams müssten externe Eingaben von dem Punkt an verfolgen, an dem sie einen Agenten erreichen, bis hin zu allen nachgelagerten Auswirkungen – ein Inventar zeige, was existiert, eine Delegationskarte zeige, was passieren kann.


Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 4. August 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.8.3.

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