Auf den Punkt: Eine Eco-Befragung zeigt, dass acht Monate nach NIS2-Inkrafttreten vor allem Dokumentationspflichten, Meldefristen und Risikomanagement Unternehmen bei der Umsetzung ausbremsen.
Acht Monate nach Inkrafttreten von NIS2 kämpfen viele Unternehmen weiterhin mit der praktischen Umsetzung der Richtlinie. Eine Befragung des Branchenverbands Eco identifiziert Dokumentationspflichten, Meldeprozesse und Risikomanagement als die größten operativen Hürden.
Der Verband Eco hat Unternehmen zum Stand ihrer NIS2-Umsetzung befragt und dabei ermittelt, dass acht Monate nach Inkrafttreten der Richtlinie erhebliche praktische Schwierigkeiten bestehen bleiben. Als besonders aufwendig nennen die Befragten drei Bereiche: die Nachweispflichten und Dokumentation, die Einhaltung von Meldefristen bei Sicherheitsvorfällen sowie die Etablierung eines funktionierenden Risikomanagements.
Für CISOs verschärft sich damit ein bekanntes Spannungsfeld: NIS2 verlangt nicht nur technische Schutzmaßnahmen, sondern auch belastbare, prüfbare Prozesse. Wer Meldefristen bei Incidents nicht einhält oder Nachweise nicht lückenlos dokumentieren kann, riskiert regulatorische Konsequenzen, unabhängig davon, ob die eigentliche Sicherheitslage im Unternehmen angemessen ist. Die Befragungsergebnisse deuten darauf hin, dass viele Organisationen an der organisatorischen und dokumentarischen Umsetzung scheitern, nicht primär an fehlender technischer Kompetenz.
Für die Praxis bedeutet das: Die Priorität sollte nicht ausschließlich auf neuen Sicherheitstools liegen, sondern auf klar definierten, wiederholbaren Prozessen für Meldewege, Nachweisführung und Risikobewertung. CISOs sollten prüfen, ob ihre bestehenden Incident-Response-Abläufe die geforderten Meldefristen realistisch einhalten können und ob die Dokumentation so aufgebaut ist, dass sie im Prüfungsfall ohne größeren Zusatzaufwand vorgelegt werden kann.
Quelle: www.security-insider.de · Erschienen 19. August 2026
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