Auf den Punkt: Österreichische Unternehmen machen Cybersecurity-Fortschritte, haben aber bei NIS2, DORA und Lieferantenrisiken-Management noch erhebliche organisatorische Lücken.
Am 2. Oktober 2025 präsentierte die Fachhochschule Vorarlberg die Ergebnisse der Studie „Cybersecurity in Österreich 2025" und diskutierte aktuelle Bedrohungen sowie regulatorische Anforderungen. Die Studie zeigt, dass österreichische Unternehmen zwar Fortschritte gemacht haben, aber weiterhin mit strukturellen Herausforderungen bei der Umsetzung von NIS2, DORA und dem Management von Lieferantenrisiken kämpfen.
Die Veranstaltung „100 Minuten Cyber“ bot einen Überblick über das aktuelle Cybersecurity-Lagebild Österreichs. Im Mittelpunkt standen Ransomware- und Phishing-Angriffe, zunehmende Attacken auf kritische Infrastrukturen sowie hybride Bedrohungen. Daneben wurde der Einsatz von künstlicher Intelligenz als doppelte Herausforderung beleuchtet – als Werkzeug zur Stärkung der Cyberresilienz und gleichzeitig als neuer Angriffsvektor.
Die Studienergebnisse von KPMG Austria zeigten, dass viele österreichische Unternehmen zwar Fortschritte in ihrer Cybersicherheit verzeichnet haben, aber strukturelle und organisatorische Lücken persistieren. Dies betrifft insbesondere die Compliance mit neuen EU-Regulierungen wie NIS2 und DORA sowie das systematische Management von Lieferantenrisiken und der Angriffsfläche entlang von Lieferketten. Auch Desinformation in Zeiten geopolitischer Anspannungen sowie Fragen der digitalen Souveränität wurden als relevante Risikofaktoren erörtert.
CISOs sollten diese Ergebnisse nutzen, um Lücken in ihrer organisatorischen Cyber-Governance zu identifizieren: Regulatorische Compliance darf nicht isoliert betrieben werden, sondern muss mit Maßnahmen zur Lieferketten-Sicherheit und KI-gestützten Abwehrkapazitäten integriert werden. Die Veranstaltung demonstrierte, dass erfolgreiche Cyberresilienz die Kombination von technischem Fachwissen, praxisnaher Ausbildung und strategischem Risk Management erfordert.
Quelle: kompetenzzentrum-sicheres-oesterreich.at · Erschienen 28. Jänner 2026
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