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Netzwerkübernahme in 22 Sekunden: KI-gestützte Abwehr wird zur Notwendigkeit

Auf den Punkt: Initial Access Broker und Ransomware-Gruppen automatisieren ihre Angriffsketten so weit, dass Netzwerkübernahmen in Sekundenschnelle erfolgen, was klassische, manuelle Incident-Response-Ansätze faktisch obsolet macht.

Aktuelle Analysen zeigen, dass Angreifer im Schnitt nur 22 Sekunden benötigen, um Kontrolle über ein Unternehmensnetzwerk an die nächste Gruppe von Akteuren weiterzugeben – manuelle Verteidigungsprozesse können mit diesem Tempo nicht mehr mithalten.

Der jährliche M-Trends-Bericht 2021 von Mandiant Intelligence, dem Incident-Response-Arm von Google Cloud, dokumentiert eine deutliche Beschleunigung von Cyberangriffen. Basierend auf der Auswertung von mehr als 500.000 Stunden an Incident-Response-Daten zeigt die Analyse, dass Angreifer im Median nur 22 Sekunden benötigen, um die Kontrolle über ein kompromittiertes Netzwerk an nachgelagerte Akteure zu übergeben. In manchen Fällen liegt dieser Zeitraum bei durchschnittlich acht Stunden, was weiterhin ein enges Zeitfenster für Verteidigungsmaßnahmen darstellt.

Treiber dieser Entwicklung sind Initial Access Broker (IABs) und damit verbundene Gruppen, die ihre Operationen zunehmend automatisieren. IABs verkaufen Zugänge zu Unternehmensnetzwerken weiter, die sie von anderen Akteuren erhalten oder selbst erbeutet haben. Als Einfallstore dienen unter anderem gestohlene VPN-Zugangsdaten, kompromittierte Citrix- oder Fortinet-Sitzungen, verwundbare RDP-Server sowie Exploits gegen Confluence-, Exchange-Server und Edge-Router. Auf einschlägigen Foren finden sich Preislisten, die nach Branche, geschätztem Umsatz des Opfers und weiteren spezifischen Kriterien gestaffelt sind.

Für Sicherheitsteams in Unternehmen bedeutet dieses Tempo, dass rein manuelle Erkennungs- und Reaktionsprozesse bei dieser Angriffsgeschwindigkeit kaum noch greifen können. Die im Bericht beschriebene Automatisierung auf Angreiferseite erfordert entsprechend automatisierte, KI-gestützte Abwehrmechanismen, um Anomalien in Echtzeit zu erkennen und einzudämmen, bevor der Zugriff monetarisiert oder an nachfolgende Ransomware-Akteure weitergereicht wird.

Praktisch relevant ist dabei insbesondere die Absicherung der genannten Einfallstore: konsequentes Patch-Management für Citrix-, Fortinet- und Exchange-Systeme, Multi-Faktor-Authentifizierung für VPN- und RDP-Zugänge sowie eine kontinuierliche Überwachung von Edge-Routern zählen zu den Basismaßnahmen, die angesichts der beschriebenen Geschwindigkeit priorisiert werden sollten.


Quelle: www.computerweekly.com · Erschienen 7. Mai 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.8.2.

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