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Microsoft baut Windows-Drucksystem um: Treiber-Modell V3/V4 verliert Support über Windows Update

Auf den Punkt: Windows Update verteilt seit dem 15. Januar 2026 keine neuen V3- oder V4-Druckertreiber mehr für Windows 11 und Windows Server 2025, während Microsoft ab Juli 2026 den protokollbasierten IPP Class Driver gegenüber Drittanbieter-Treibern priorisiert.

Microsoft stellt das Windows-Drucksystem von treiberzentrierten Modellen auf eine protokollbasierte Architektur um. Seit dem 15. Januar 2026 verteilt Windows Update keine neuen V3- oder V4-Treiber mehr für Windows 11 und Windows Server 2025.

Seit Windows 10 21H2 unterstützt das Betriebssystem Mopria-kompatible Druckgeräte nativ über den Microsoft IPP Class Driver – für Netzwerk- und USB-Geräte gleichermaßen. Hersteller verlagern gerätespezifische Funktionen zunehmend in sogenannte Print Support Apps, die über den Microsoft Store bereitgestellt werden und auf dem UWP-Modell basieren. Damit entfallen klassische Installationsprogramme, die bislang eng mit Win32-Komponenten verzahnt waren. Grundlage der Standardisierung ist die Mopria Alliance, ein Zusammenschluss aus Druckerherstellern und Technologieunternehmen; mehr als 6.000 Geräte unterstützen diesen Ansatz bereits.

Die Treibermodelle V3 und V4 greifen tief in das Betriebssystem ein und arbeiten teilweise im Kernel-Kontext. Diese Architektur steht in direktem Zusammenhang mit sicherheitskritischen Schwachstellen wie PrintNightmare. Microsoft hatte die Neuausrichtung bereits im September 2023 angekündigt. Seit dem 15.01.2026 veröffentlicht Windows Update für Windows 11 und Windows Server 2025 keine neuen V3- oder V4-Treiber mehr. Wichtig ist die Abgrenzung zwischen Verteilung und Support: Bestehende Treiber werden nicht blockiert oder entfernt, Systeme mit vorhandenen Treibern laufen unverändert weiter, und bereits signierte Treiber lassen sich weiterhin installieren. Microsoft betont, dass keine generelle Unterstützung eingestellt wird – die Einschränkung betrifft ausschließlich die Neuveröffentlichung über Windows Update.

Für Hersteller ändern sich Bereitstellung und Signierung: Neue V3- und V4-Treiber lassen sich seit Januar 2026 nicht mehr standardmäßig über Windows Update verteilen, neue Einreichungen unterliegen einer Einzelfallprüfung im Partner Center. Ausnahmen gelten für Geräte ohne Mopria-Zertifizierung, native ARM64-Treiber sowie Treiberpakete mit Zielplattform Windows 10 oder älter. Bestehende Treiber im Windows Update-Katalog bleiben verfügbar, Aktualisierungen erfolgen aber nicht mehr automatisiert, sondern nur nach individueller Freigabe – auch das Ergänzen neuer Hardware-IDs in bestehenden Paketen wird geprüft. Alternative Distributionswege über eigene Herstellerplattformen bleiben vollständig erhalten; Windows erlaubt deren Installation ohne Einschränkung, verschiebt damit aber Verantwortung stärker in Richtung Hersteller und interne IT-Prozesse.

Ab dem 01.07.2026 ändert Windows zusätzlich die interne Treiberbewertung: Der Microsoft IPP Class Driver wird gegenüber Drittanbieter-Treibern priorisiert, sofern beide Optionen verfügbar sind. Das wirkt sich direkt auf automatische Geräteerkennung und Plug-and-Play-Verhalten aus. Der generische IPP-Treiber übernimmt die Basisfunktionalität, erweiterte Funktionen laufen über separat installierte Print Support Apps. IT-Verantwortliche sollten bestehende Druckerflotten auf Mopria-Kompatibilität prüfen und Beschaffungsprozesse künftig stärker an Herstellerkatalogen und eigenen Signierungswegen statt an Windows Update ausrichten.


Quelle: www.computerweekly.com · Erschienen 18. Mai 2026
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