Zum Inhalt springen

npm-Wurm Shai-Hulud: Quellcode veröffentlicht, erste Klone bereits im Umlauf

Auf den Punkt: Nach der Veröffentlichung des Shai-Hulud-Quellcodes durch die Angreifergruppe TeamPCP kursieren bereits erste Klon-Pakete auf npm, während Microsoft parallel einen unabhängigen Lieferkettenangriff auf das Paket „antv“ untersucht.

Die Cybergang TeamPCP hat den Quellcode des npm-Wurms Shai-Hulud auf GitHub veröffentlicht und in einem Untergrundforum sogar einen Wettbewerb dazu ausgeschrieben. Wenige Tage später tauchten bereits erste nachgebaute Schadpakete auf npm auf.

Die Drahtzieher hinter der Cybergang TeamPCP haben den Quellcode des npm-Wurms Shai-Hulud auf GitHub öffentlich zugänglich gemacht. Im Untergrundforum BreachForums riefen sie zusätzlich andere Kriminelle über einen Wettbewerb dazu auf, mit dem Code eigene Varianten zu entwickeln. Laut einem Blog-Beitrag von IT-Forschern des Sicherheitsanbieters Mondoo erschienen bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung erste Klone auf npm. Ein Einzeltäter lud demnach vier bösartige Pakete hoch: eine nahezu identische Kopie von Shai-Hulud mit eigener Command-and-Control-Infrastruktur sowie drei Tippfehler-Varianten des populären Pakets „Axios“. Diese Pakete enthalten Botnet-Funktionen, die infizierte Systeme in ein DDoS-Netzwerk einbinden. Die wöchentliche Download-Zahl liegt derzeit bei rund 2.600 – für npm-Pakete vergleichsweise gering. Der Sicherheitsanbieter OXsecurity listet weitere Kopien auf.

Parallel dazu untersucht Microsofts Threat Intelligence einen aktuellen, davon offenbar unabhängigen Lieferkettenangriff, den das Team als „Mini-Shai-Hulud“ bezeichnet und über Bluesky bekannt gab. Die Angreifer kompromittierten das Konto eines Maintainers des Projekts „antv“ und veröffentlichten infizierte Versionen weit verbreiteter Pakete, darunter „antv/g2“. Da diese Pakete häufig als Abhängigkeit eingebunden werden, propagierte sich der Schadcode weiter in Bibliotheken wie „echarts-for-react“ und betraf dadurch einen breiten Bereich an Anwendungen und Build-Systemen. Eine Verbindung zum veröffentlichten Shai-Hulud-Quellcode erwähnt Microsoft in diesem Zusammenhang nicht.

Für Entwicklerteams und Betreiber von CI/CD-Pipelines bedeutet die Veröffentlichung des Quellcodes eine absehbare Zunahme ähnlicher Angriffe, da nun eine größere Zahl von Akteuren auf der bestehenden Codebasis aufbauen kann. Der Schadcode zielt in beiden Fällen darauf ab, Zugangsdaten zu suchen und auszuschleusen – begehrte Ziele sind laut Microsoft persönliche GitHub-Zugriffstoken, OpenID-Token, AWS-Zugangsdaten und -Sicherheitstoken, SSH-Keys, Kube-Konfigurationen sowie weitere SaaS-Token. Zur Einordnung: Eine frühere Version, Shai-Hulud 2, hatte im November des vergangenen Jahres nach Angaben von Sicherheitsforschern mehr als 27.000 Zugangsdaten entwendet.

Praktisch bedeutet das für Teams, die npm-Pakete einbinden: Abhängigkeiten sollten auf Namensähnlichkeiten und Tippfehler-Varianten zu populären Paketen geprüft werden, Lockfiles und Paket-Hashes sind zu verifizieren, und Zugangstoken – insbesondere für GitHub, AWS und Kubernetes – gehören auf möglichst kurze Gültigkeit und granulare Rechtevergabe reduziert. Automatisierte Scans der eigenen Abhängigkeitsbäume auf bekannte Indikatoren dieser Wurm-Familie sind angesichts der zu erwartenden Klon-Welle sinnvoll.


Quelle: www.heise.de · Erschienen 19. Mai 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.8.2.

Share on: