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Bayern testet alternative zu Microsoft-Software in der Verwaltung

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Auf den Punkt: Bayern testet alternative Softwarelösungen, um Verwaltungsstrukturen bis März 2027 unabhängiger von Microsoft zu machen, plant aber bislang nur ein Modellprojekt in einem Ministerium.

Bayerns Digitalministerium startet eine Testphase für europäische und Open-Source-Lösungen, um die Abhängigkeit der Staatsverwaltung von Microsoft zu verringern. Hintergrund ist eine Beschlussfassung der Ministerpräsidentenkonferenz von Dezember 2023, bis März 2027 digital souveräne Alternativen bereitzustellen.

Das Bayerische Digitalministerium unter Fabian Mehring (Freie Wähler) hat eine Testphase für alternative Softwarelösungen eingeleitet. Ein Teil der Ministeriumsbeschäftigten wird in den kommenden Monaten verschiedene Softwareangebote im Arbeitsalltag erproben – darunter deutsche und bayerische Eigenentwicklungen sowie europäische Lösungen und Open-Source-Software. Die Erfahrungen sollen als Grundlage für die Konzeption eines digital souveränen Arbeitsplatzes dienen.

Für einen Chief Digital Officer ist diese Initiative relevant, weil sie eine Reduktion von Herstellerabhängigkeit anstrebt. Bislang zahlt Bayern erhebliche Summen für Microsoft-Produkte: Die Ausgaben sind laut Anfrage der Grünen von etwa 30 Millionen Euro im Jahr 2020 auf rund 49 Millionen Euro gestiegen. Der Schwerpunkt liegt auf der Risikominderung: Proprietäre Lösungen einzelner US-Konzerne verschaffen diesen potenzielle Kontrolle über Technologien und Zugriffe – ein Sicherheits- und Abhängigkeitsrisiko, das Mehring als Gefahr für eine krisenfeste Infrastruktur einstuft.

Das Testverfahren folgt einem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz von Dezember 2023, bis spätestens 31. März 2027 digital souveräne Alternativen zu proprietärer Arbeitsplatzsoftware verfügbar zu machen. Das Ziel besteht darin, Behörden unabhängiger von Unternehmen aus Übersee zu gestalten und damit die Steuerbarkeit der digitalen Infrastruktur zu erhöhen.

SPD und Grüne begrüßen den Kurswechsel, kritisieren aber die begrenzte Reichweite. SPD-Abgeordneter Florian von Brunn argumentiert, dass ein einzelnes Modellprojekt in einem Ministerium nicht ausreicht; erforderlich sei eine Gesamtstrategie für die gesamte Staatsregierung. Grünen-Politiker Benjamin Adjei fordert eine engere Zusammenarbeit mit dem Bund und dem Land Schleswig-Holstein, wo digitale Souveränität bereits umgesetzt wird, um teure Parallelstrukturen zu vermeiden.

Der bisherige Microsoft-Deal, der Einzelverträge bündeln sollte, wurde nach öffentlichem Druck nicht umgesetzt. Für Chief Digital Officer und Governance-Verantwortliche signalisiert dieser Wechsel eine stärkere Fokussierung auf technologische Unabhängigkeit und Risikokontrolle, bleibt aber durch die begrenzte Skalierbarkeit und fehlende übergreifende Strategie ausbaufähig.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 3. Juni 2026
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