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Bitkom-Umfrage: Mehrheit warnt vor Cyberangriffen auf deutsche Stromnetze

Auf den Punkt: 71 Prozent der Haushalte sehen Cyberangriffsrisiken im Stromnetz; die digitale Transformation wird mehrheitlich unterstützt, muss aber mit hohen Sicherheits- und Datenschutzstandards verbunden werden.

Eine Bitkom-Umfrage zeigt: 71 Prozent der Haushalte sehen Cyberattacken als Risiko für die Stromversorgung, 74 Prozent fürchten physische Sabotage. Gleichzeitig wächst der Druck auf schnellere Digitalisierung der Energieinfrastruktur.

Laut einer von Bitkom beauftragten Befragung bewerten Verbraucher die Sicherheit kritischer Energieinfrastrukturen als erheblich gefährdet. 74 Prozent der Haushalte halten das deutsche Stromnetz für anfällig gegenüber gezielten physischen Angriffen. 71 Prozent sehen ein Risiko durch Cyberangriffe. Ausgelöst wurden diese Wahrnehmungen unter anderem durch Vorfälle wie Brände an Strominfrastrukturen, die die Verwundbarkeit dieser Einrichtungen verdeutlicht haben.

Für Compliance-Verantwortliche ist dieses Umfrageergebnis relevant, da es die gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit für NIS2-relevante Schutzmaßnahmen im Energiesektor widerspiegelt. 93 Prozent der Befragten fordern ausdrücklich, dass Sicherheitsaspekte beim Umbau des Energiesystems ebenso gewichtet werden wie Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit. Parallel dazu berichten 72 Prozent, dass die bisherige Geschwindigkeit der Energiewende zu gering ausfällt.

Die Digitalisierung der Energieinfrastruktur wird von 89 Prozent als Chance für die Energiewende bewertet. Bereits 61 Prozent können sich die Nutzung von Smart Metern vorstellen, etwa 50 Prozent äußern allerdings Datenschutzbedenken. Bei flexiblen Stromtarifen zeigt sich hohe Bereitschaft: 90 Prozent würden ihren Stromverbrauch an günstige Preise anpassen; 85 Prozent würden Geräte automatisch dann betreiben lassen, wenn Strom günstig verfügbar ist.

Für Regulatoren und Betreiber kritischer Infrastruktur folgt aus der Umfrage ein zweites Handlungsfeld: Neun von zehn Haushalten möchten ihren Stromverbrauch so einfach nachvollziehen können wie den Kraftstoffverbrauch eines Autos. Damit einher gehen Fragen zu Datenverarbeitung und Transparenz, die bei der Implementierung digitaler Systeme unter NIS2-Anforderungen zu klären sind. Derzeit bewerten nur 15 Prozent die aktuelle Energiepolitik positiv; ein Fünftel sieht Deutschland 2024 besser auf Energiekrisen vorbereitet als 2022.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 4. Juli 2026
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