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Kaspersky-Analyse: 31 Prozent der Cyberangriffe bleiben über drei Monate unentdeckt

Auf den Punkt: Weit über die Hälfte kritischer Cyberangriffe werden erst nach mehr als 90 Tagen entdeckt, weil Sicherheitslösungen zuverlässige Warnmeldungen nicht generieren und organisatorische Defizite Reaktionszeiten verlängern.

Eine Analyse von Kaspersky zeigt, dass schädliche Aktivitäten in Unternehmensnetzen oft monatelang unbemerkt bleiben. Bei schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen wurden 52 Prozent erst nach mehr als 90 Tagen entdeckt.

Die Kaspersky-Analyse untersuchte Sicherheitsvorfälle hinsichtlich ihrer Erkennungsdauer. Die Ergebnisse offenbaren erhebliche Verzögerungen: In 31 Prozent der analysierten Fälle waren schädliche Aktivitäten bereits länger als drei Monate in den IT-Umgebungen aktiv. Besonders alarmierend ist die Quote bei kritischen Vorfällen – hier wurden 52 Prozent der Angriffe erst nach mehr als 90 Tagen erkannt. Im Extremfall blieb eine Kompromittierung vier Jahre lang unentdeckt.

Ein Kernproblem liegt in der mangelnden Zuverlässigkeit bestehender Sicherheitswerkzeuge. In 60 Prozent der untersuchten Vorfälle erzeugten die eingesetzten Systeme keine Warnmeldungen mit ausreichend hoher Vertrauenswürdigkeit. Dadurch mussten Angriffe auf alternativen Wegen identifiziert werden – etwa durch manuelle Überprüfung durch Administratoren oder Security-Teams. Jeder fünfte untersuchte Sicherheitsvorfall wurde ausschließlich manuell erkannt. Ein zusätzliches Risiko liegt in den Sicherungssystemen: In 40 Prozent der Fälle befanden sich Webshells oder andere Schadprogramme unentdeckt in Backups, was zu Reinfektionen nach vermeintlich erfolgreicher Bereinigung führen kann.

Neben technischen Defiziten behindern organisatorische Mängel die Abwehr. In fast einem Drittel der analysierten Fälle identifizierten die Experten Probleme wie unklare Kommunikationswege, fehlende Rückmeldungen über umgesetzte Maßnahmen oder Wissensverluste durch Personalwechsel. Diese Faktoren verzögern die Incident-Response erheblich.

Kaspersky empfiehlt, klassische Schutzmaßnahmen durch regelmäßige Sicherheitsbewertungen, kontinuierliche Threat-Hunting-Aktivitäten und aktualisierte Patch-Prozesse zu ergänzen. Darüber hinaus sollten Unternehmen ihre Erkennungsmechanismen optimieren, auch gering priorisierte Warnmeldungen systematisch auswerten und realitätsnahe Übungen für Incident-Response-Teams durchführen. Klare organisatorische Abläufe und regelmäßige Mitarbeiterschulungen tragen dazu bei, Vorfälle schneller zu identifizieren und ihre Auswirkungen zu begrenzen.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 9. Juli 2026
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