Zum Inhalt springen

Ransomware-Gruppe D1R erpresst Bosch mit gestohlenen Konstruktionsdaten

Auf den Punkt: Bosch wird von der Ransomware-Gruppe D1R mit der Veröffentlichung von Konstruktionsdaten und CAN-Protokoll-Unterlagen erpresst, die über eine Synopsys-Schwachstelle abgeflossen sein sollen.

Die Ransomware-Gruppe D1R hat Bosch auf ihrer Darknet-Leak-Seite gelistet und droht mit der Veröffentlichung von Konstruktionsdaten innerhalb von elf Tagen. Die Daten sollen bei einem Einbruch bei Synopsys, einem Drittanbieter von Bosch, gestohlen worden sein.

Die Ransomware-Gruppe D1R hat den Industriekonzern Bosch auf ihrer Leak-Seite im Darknet mit einer elftägigen Frist gelistet. Nach Angaben der Angreifer wurden die Daten nicht durch einen direkten Angriff auf Bosch erbeutet, sondern über eine Schwachstelle bei dem amerikanischen Unternehmen Synopsys, dessen Design-Automatisierungssoftware weltweit eingesetzt wird. Die Hackergruppe behauptet, eine fehlerhafte Logik im Registrierungsformular von Synopsys ausgenutzt zu haben, um eine Datenbank mit 40.000 Unternehmenskunden abzurufen.

Unter den von D1R veröffentlichten Datenproben befinden sich vertrauliche Konstruktionsunterlagen, darunter Auszüge aus dem Handbuch für das Controller Area Network (CAN) – ein Kommunikationsprotokoll, das Bosch 1983 entwickelte und das heute weltweit zur Vernetzung elektronischer Komponenten in Fahrzeugen, Zügen und Flugzeugen verwendet wird. Der Verzeichnisbaum der gestohlenen Daten zeigt zudem zahlreiche Dateien mit der Endung .vhd, die üblicherweise Hardware-Beschreibungssprache-Quellcode (VHDL) zur Beschreibung integrierter elektronischer Schaltungen enthalten. Der genaue Umfang des Lecks ist bislang von Bosch nicht bestätigt worden.

Der Abfluss dieser Konstruktionsdateien birgt erhebliche Risiken: Proprietäre Hardware-Designs könnten offengelegt werden, was sowohl Konkurrenten als auch Cyberkriminelle nutzen könnten, um Schwachstellen direkt in der Hardware-Architektur aufzuspüren. Neben Bosch wird auch Synopsys selbst von D1R mit derselben elftägigen Frist erpresst. Bosch war bereits 2021 und 2025 Ziel von Datenabflüssen über kompromittierte Drittanbieter, was auf ein systemisches Risiko in der Lieferkette hindeutet.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 13. Juli 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.3.

Share on: