Auf den Punkt: Die Kombination aus Telefonnummern, Benutzernamen und teilweise echten Namen ermöglicht gezielte Phishing-Kampagnen, auch auf anderen Plattformen.
Ein anonymer Akteur bietet im Darknet eine Datei mit angeblichen Daten von 182 Millionen Telegram-Nutzern an. Sicherheitsforscher bestätigen die Authentizität von Stichproben, die überwiegend russischsprachige Profile enthalten.
Ein unbekannter Verkäufer bietet im Untergrundforum eine komprimierte Datei mit 41,1 Gigabyte zum Verkauf an, die nach eigenen Angaben 182 Millionen Telegram-Nutzerdaten enthält. Als Nachweis veröffentlichte der Anbieter eine Stichprobe von 60 Datensätzen. Sicherheitsforscher von Cybernews überprüften diese Stichprobe und bestätigten deren Authentizität; es handelt sich überwiegend um russischsprachige Profile. Unklar bleibt, ob die Daten durch eine Sicherheitslücke direkt bei Telegram abgeflossen sind oder ob es sich um eine Aggregation von bereits kompromittierten Datensätzen aus russischen Online-Diensten und öffentlichen Telegram-Kanälen handelt.
Die angebotenen Datensätze enthalten Benutzernamen, Telefonnummern, interne Telegram-Benutzer-IDs und in vielen Fällen echte Namen. Diese Informationen reichen zwar nicht aus, um Konten zu übernehmen, bilden aber für Betrüger ein wirksames Angriffswerkzeug. Mit der Kombination von echter Telefonnummer und zugehörigem Benutzernamen lassen sich personalisierte Phishing-Nachrichten erstellen, in denen Angreifer sich als Telegram-Support oder als Vertreter von Kryptobörsen ausgeben und die Nutzer zur Preisgabe von Passwörtern oder Authentifizierungscodes drängen.
In öffentlichen Foren wie Reddit berichten Nutzer bereits von gezielten Angriffen. Viele beschreiben SMS, die angeblich von Telegram stammen und vor der unmittelbar bevorstehenden Kontosperrung warnen. Gleichzeitig dokumentieren Benutzer Betrugsversuche, bei denen Angreifer Namen und Profilbilder von Gruppenadministratoren kopieren und Mitglieder per Direktnachricht zur Krypto-Wallet-Verifizierung auffordern. Die erbeuteten Telefonnummern ermöglichen es Angreifern zudem, Ziele auf anderen Plattformen wie WhatsApp zu kontaktieren oder die Daten mit Material aus früheren Sicherheitsvorfällen zu verknüpfen und so noch präzisere Angriffe zu fahren.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 14. Juli 2026
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