Auf den Punkt: Während KI-Angreifer Social-Engineering-Methoden raffinierter machen, verlieren CISOs die Management-Unterstützung für Mitarbeitersicherheit und müssen gegensätzliche Stakeholder-Erwartungen erfüllen.
Eine Befragung von 200 europäischen CISOs zeigt: 79 Prozent berichten von sinkendem Management-Engagement für Security-Awareness, während gleichzeitig KI-gestützte Social-Engineering-Angriffe zunehmen. Die Sicherheitsverantwortlichen sehen sich damit zunehmend isoliert.
Die Befragung von MetaCompliance erfasste 200 CISOs aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Schweden. Sie zeigt einen wesentlichen Sicherheitstrend: Angriffe richten sich zunehmend gegen Menschen statt gegen Systemschwachstellen. Fast jeder zweite CISO, der die Cyberresilienz seines Unternehmens gegenüber dem Vorjahr als schlechter bewertet, führt dies auf KI-gestützte Social-Engineering-Methoden zurück. Insgesamt stufen 68 Prozent ihre Belegschaft als größte Schwachstelle ein.
Konkrete Sorgen der CISOs betreffen dabei drei Schwerpunkte: Über 40 Prozent sehen KI als Treiber für schnellere und treffsichere Social-Engineering-Angriffe. 40 Prozent berichten, dass Mitarbeiter vertrauliche Daten in öffentliche KI-Tools eingeben. 41 Prozent warnen vor internen Tätern, die KI für Betrug oder Datendiebstahl einsetzen. Ein Ländervergleich zeigt zusätzlich: In Großbritannien hält mehr als jeder zweite CISO Deepfakes für Identitätsbetrug als ernsthaft bedrohlich – der höchste Anteil unter den vier befragten Ländern.
Gleichzeitig schwinden die Voraussetzungen für effektive Gegenmaßnahmen. 79 Prozent der CISOs berichten, dass das Engagement der Führungsebene für Security-Awareness sinkt. 76 Prozent haben Schwierigkeiten, widersprüchliche Stakeholder-Erwartungen bei Kennzahlen zum Human Risk Management zu erfüllen. Knapp ein Viertel nennt bereichsübergreifende Abstimmung als eigene Schwachstelle – ein Zeichen dafür, wie schwer sich eine einheitliche Sicherheitsstrategie über Abteilungsgrenzen durchsetzen lässt.
Die Studienautoren empfehlen, Security Awareness aus dem Status eines einmaligen Schulungsprojekts in eine kontinuierliche Managementaufgabe zu überführen. Knapp ein Viertel der befragten CISOs nennt bereits die Stärkung der Abwehr gegen KI-gestütztes Social Engineering unter ihren wichtigsten Prioritäten für die kommenden zwölf Monate. Ohne unternehmensweites Grundverständnis des Risikos und verlässlichen Rückhalt von oben können CISOs diesen Wandel jedoch nicht allein bewältigen.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 14. Juli 2026
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