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Infostealer-Malware als Sprungbrett für Ransomware-Angriffe

Auf den Punkt: Infostealer-Malware hat sich als Standardeinstiegsmethode für Ransomware-Angriffe in Deutschland etabliert und ersetzt zunehmend Exploit-basierte Angriffsvektoren.

Von Januar bis Mai 2026 verzeichnete die Plattform ransomware.live 182 Ransomware-Vorfälle in Deutschland – ein Anstieg um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der wachsende Trend zeigt: Angreifer nutzen zunehmend gestohlene Zugangsdaten aus Infostealer-Kampagnen als Einstiegspunkt statt direkter Exploits.

Die Daten von ransomware.live, betrieben durch Julien Mousqueton, dokumentieren 182 bekannt gewordene Ransomware-Vorfälle in Deutschland in den ersten fünf Monaten 2026. Dies entspricht einer Steigerung von 7,7 Prozent im Vergleich zu Januar bis Mai 2025.

Das Beobachtete Angriffsmuster zeigt eine Verschiebung in der Taktik: Während Ransomware-Kampagnen traditionell mit dem Einsatz von Zero-Days oder bekannten Exploits begannen, haben Angreifer vermehrt dazu übergegangen, zunächst Infostealer-Malware einzusetzen. Diese Malware-Familie erbeutet Anmeldedaten, Browser-Cookies, API-Token und weitere Credentials, die anschließend für den direkten Zugang zu Systemen genutzt werden.

Für CISOs bedeutet dies eine Erweiterung der Angriffsfläche um die Phase vor dem eigentlichen Verschlüsselungsangriff. Infostealer-Kampagnen treten häufig über Phishing, infizierte Downloads oder Watering-Hole-Angriffe auf und können lange Zeit unerkannt bleiben. Gestohlene Credentials ermöglichen es Angreifern, sich legitim zu authentifizieren, was Erkennungs- und Präventionsmaßnahmen erschwert.

Diese Verschiebung erfordert eine Anpassung der Verteidigungsstrategien: Neben Exploit-Prävention rücken Credential-Hygiene, Multi-Faktor-Authentifizierung, Endpoint-Detection, Netzwerk-Überwachung verdächtiger Anmeldungen und kontinuierliche Threat-Hunting in den Vordergrund.


Quelle: www.security-insider.de · Erschienen 20. Juli 2026
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