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Oracles Juli-Update: 355 Schwachstellen in Fusion Middleware, zehn mit Maximal-Score

Auf den Punkt: Die Fusion-Middleware-Patchlast übersteigt bisherige Volumina deutlich; 219 der 355 Schwachstellen sind remote ohne Authentisierung exploitierbar, was umgehende Priorisierung erfordert.

Oracles Juli-2026-Patch mit 1.449 Sicherheitsaktualisierungen adressiert insgesamt 355 Schwachstellen in Fusion Middleware. Davon sind zehn als CVSS 10.0 bewertet und ermöglichen unbewachte Netzwerkzugriffe auf kritische Komponenten wie WebLogic Server, HTTP Server und Access Manager.

Mit insgesamt 1.449 neuen Security-Patches verteilt sich das Juli-Update auf 32 Oracle-Produktfamilien. Fusion Middleware wurde dabei besonders stark getroffen: Oracle verteilt 355 Sicherheitspatches, von denen 219 über das Netzwerk ohne Authentisierung ausnutzbar sind. Zehn dieser Lücken erhielten die Maximalbewertung von 10.0 auf der Common Vulnerability Scoring System (CVSS)-Skala.

Die kritischsten Middleware-Schwachstellen betreffen Oracle Data Integrator, Access Manager, HTTP Server, Platform Security for Java, WebCenter Content, Service Delivery Platform und WebLogic Server Proxy Plug-in. Sie sind laut Oracle einfach ausnutzbar und ermöglichen es Angreifern mit reinem Netzwerkzugriff über HTTP, die betroffenen Systeme zu kompromittieren – ohne dass Benutzerinnen oder Benutzer beteiligt sein müssen.

In Oracle Database Server stellte sich CVE-2026-61211 als gravierend heraus: Diese 9,9-bewertete Schwachstelle sitzt im RDBMS_CLOUD-Paket und betrifft Datenbank-Versionen 19.3 bis 19.31 sowie 23.4.0 bis 23.26.2. Sie erlaubt es einem Angreifer mit DBMS_CLOUD-Ausführungsrecht und Netzwerkzugriff, das System zu übernehmen. Laut Sanchit Vir Gogia (Greyhound Research) ist die Dringlichkeit konfigurationsabhängig: Wo DBMS_CLOUD installiert und umfassend bereitgestellt ist, verbleibt ein 72-Stunden-Zeitfenster. CVE-2026-47040, eine zweite kritische Database-Flaw, ist in Connection Manager exploitierbar und benötigt keine Authentisierung.

Darüber hinaus wurden Oracle GoldenGate mit 27 Patches versorgt, neun davon ohne Authentisierungsanforderung, sowie zwei kritische Lücken in TimesTen behoben. Der Patch-Umfang von 1.449 Fixes markiert eine Eskalation gegenüber 481 Patches im April 2026 und 309 ein Jahr zuvor. Greyhound Research empfiehlt Unternehmen ein gestuftes Vorgehen nach Erreichbarkeit (netzwerkexponiert vs. isoliert) und Authentisierungsanforderung.


Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 22. Juli 2026
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