Auf den Punkt: Die Schwachstelle LegacyHive ermöglicht Rechteausweitung auf Windows 10 2004+ und Windows Server 2022; ein Mikropatch von ACROS Security verfügbar, offizielle CVE und Update ausstehend.
Eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows User Profile Service ermöglicht Angreifern, von Benutzerkonten aus Administratorrechte zu erlangen. Ein inoffizieller Mikropatch steht über die Plattform 0patch zur Verfügung, während Microsoft an einem offiziellen Update arbeitet.
Der Sicherheitsforscher Nightmare Eclipse hat eine Zero-Day-Lücke im Windows User Profile Service mit der Bezeichnung LegacyHive offengelegt. Die Schwachstelle betrifft Windows 10 ab Version 2004 sowie Windows Server 2022. Ältere Windows-Versionen sind nicht anfällig. Bislang hat Microsoft weder eine CVE-Nummer noch ein offizielles Patch bereitgestellt.
Die Schwachstelle erlaubt es Benutzern ohne Administratorrechte, die Registrierungsstruktur anderer Benutzerkonten mit vollem Zugriff einzubinden. Über diesen Zugriff können Angreifer gespeicherte Anmeldedaten auslesen oder Registrierungswerte manipulieren, sodass beim nächsten Anmelden eines Administrators automatisch schädlicher Code ausgeführt wird. Mitja Kolsek, Geschäftsführer von ACROS Security, beschreibt den Angriffsvektor: Ein normaler Benutzer kann Registrierungsstrukturen eines beliebigen anderen Benutzers im Vollzugriffsmodus einbinden und so entweder Geheimnisse extrahieren oder Werte ändern, um zukünftige Anmeldungen zu beeinflussen.
ACROS Security hat inoffizielle Korrektionen über die Plattform 0patch entwickelt. Diese sogenannten Mikropatches sind kleine Code-Anweisungen, die im Arbeitsspeicher den anfälligen Programmabschnitt ersetzen. Bei aktiviertem 0patch-Agent lädt das System bei einem Angriffsversuch eine temporäre Benutzerprofil-Struktur anstelle der Administrator-Struktur, wodurch die Rechteausweitung verhindert wird. Der Patch erfordert keinen Neustart des Betriebssystems.
Microsoft hat bestätigt, dass die Berichte untersucht werden und das Unternehmen an einer Validierung arbeitet. Nightmare Eclipse hat in den vergangenen Monaten mehrere weitere Zero-Days in Windows-Komponenten wie Microsoft Defender und BitLocker offengelegt. Microsoft behob einige dieser Lücken (YellowKey, GreenPlasma, RoguePlanet) in den Patch-Days Juni und Juli 2026; andere veröffentlichte Schwachstellen bleiben vorerst ohne offizielles Update.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 22. Juli 2026
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