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Deutsche Online-Shops: Betrug um 134 Prozent gestiegen

Auf den Punkt: Cyberkriminelle in Deutschland nutzen zunehmend Social Engineering und Täuschungen über legitime Prozesse statt reiner Malware-Techniken, wie der Gen-Report mit Steigerungen von 134 Prozent bei Fake-Shop-Betrug und 160 Prozent bei Dropper-Malware zeigt.

Der Gen-Threat-Report für das erste Halbjahr 2026 dokumentiert einen massiven Anstieg von Cyberbedrohungen in Deutschland. Cyberkriminelle nutzen dabei zunehmend Social Engineering und täuschen legitime Prozesse nach, statt nur auf technische Schwachstellen zu setzen.

Nach dem aktuellen Report des Cybersecurity-Unternehmens Gen verzeichnete Deutschland im ersten Halbjahr 2026 deutliche Zuwächse bei mehreren Angriffstypen. Dropper-Malware stieg um 160 Prozent, Trojaner um 145 Prozent. Betrugsversuche über gefälschte Online-Shops stiegen um 134 Prozent. Fernzugriffstrojaner nahmen um 69 Prozent zu, Phishing-Angriffe um 47 Prozent. Das allgemeine Betrugsrisiko erhöhte sich um 52 Prozent, Angriffe auf Zugangsdaten um 34 Prozent, schädliche Fernzugriffssoftware um 37 Prozent.

Cyberkriminelle setzen verstärkt auf Social Engineering und missbrauchen vertrauenswürdige Plattformen sowie legitime Alltagsprozesse. Beispiele sind Betrugsversuche mit echten Hotelbuchungen, der Missbrauch verifizierter Finanzkonten, manipulierte WhatsApp-Nachrichten, gefälschte Software-Updates und täuschend echt gestaltete Windows-Fehlerseiten. Eine häufig beobachtete Methode sind Angriffe, die sich als technischer Support ausgeben: Gen blockierte weltweit im ersten Halbjahr 2026 rund 20,3 Millionen dieser Betrugsversuche. Deutschland war mit 2,3 Millionen Fällen besonders betroffen und rangierte nach USA und Frankreich an dritter Stelle.

Identitätsbetrug gewinnt erheblich an Bedeutung. Weltweit stiegen Angriffe, bei denen Täter sich als Familienangehörige ausgeben, gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 um 454 Prozent – ein Trend, der vor allem Westeuropa einschließlich Deutschland betrifft. Der Missbrauch gefälschter Online-Shops zeigt ähnliche Dynamiken: Gen blockierte global über 114 Millionen Angriffe dieser Kategorie, ein Plus von 109 Prozent. Ein erheblicher Anteil entfiel auf europäische Länder wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich.

Als neues Risikofeld identifiziert Gen den Einsatz sogenannter KI-Agenten, die eigenständig im Internet arbeiten, Dateien verwalten, Programme installieren oder mit anderen Diensten kommunizieren können. Der Report verzeichnet zudem weltweit 1,9 Milliarden blockierte Tracking-Versuche, eine Million Web-Skimming-Angriffe (Plus 212 Prozent) und über 15,7 Millionen kompromittierte Datensätze mit E-Mail-Adressen.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 23. Juli 2026
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