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E-Mail-Angriffe folgen mehrstufigen Mustern vom Phishing bis zum Finanzbetrug

Auf den Punkt: E-Mail-Angriffe folgen einer systematischen mehrstufigen Angriffskette vom Phishing über Kontokompromittierung bis zum Finanzbetrug; klassische Filter reichen nicht aus.

Cyberkriminelle setzen E-Mail-Angriffe nicht als isolierte Vorfälle um, sondern als aufeinander aufbauende Angriffsketten: Phishing führt zu kompromittierten Konten, die wiederum für Business-Email-Compromise-Angriffe genutzt werden und letztlich in Finanzbetrug münden. Laut dem Schadensbericht des Cyberversicherungsunternehmens Stoïk stehen 98 Prozent aller Betrugsfälle im Zusammenhang mit E-Mails.

Der Stoïk-Schadensbericht aus dem Frühjahr dokumentiert das Ausmaß: Etwa 60 Prozent der gemeldeten Schäden gehen auf E-Mail-Vorfälle zurück. Besonders kostspielig ist Überweisungsbetrug, bei dem die durchschnittlichen Schadensummen im fünfstelligen Bereich liegen. Damit liegt E-Mail-basierte Cyberkriminalität über alle anderen Angriffsvektor hinweg in der Schadensstatistik vorn.

Angreifer kombinieren heute systematisch mehrere Techniken: Das Szenario startet typischerweise mit Phishing-E-Mails, die scheinbar von bekannten Geschäftspartnern oder Lieferanten stammen. Sind die Angreifer zuvor an deren E-Mail-Konten gelangt, versenden sie Nachrichten mit täuschend echten Links zu gefälschten Anmeldeseiten — etwa für Microsoft 365. Gibt ein Mitarbeiter dort seine Zugangsdaten ein, erhalten Angreifer Zugriff auf das echte Konto. Weil die Nachrichten von legitimen Absendern kommen, scheitern klassische Spam- und Sicherheitsfilter regelmäßig.

Mit gestohlenen Zugangsdaten führen Angreifer daraufhin Business-Email-Compromise-Angriffe (BEC) durch. Sie versenden E-Mails direkt aus kompromittierten Unternehmenskonten und greifen auf vorhandene Kommunikationsverläufe zurück. Zahlungsaufforderungen oder andere Geschäftsnachrichten wirken dadurch besonders glaubwürdig — sie folgen dem gewohnten Schreibstil und enthalten korrekte Informationen. Solche Kontokompromittierungen lassen sich eher über ungewöhnliche Kontobewegungen erkennen als über den Absender selbst: auffällige Anmeldungen, neu eingerichtete Weiterleitungsregeln oder Änderungen an der Zwei-Faktor-Authentifizierung sind Warnsignale.

Am Ende der Angriffskette steht der finanzielle Schaden. Kriminelle verändern Bankverbindungen in laufenden E-Mail-Konversationen oder versenden gefälschte Zahlungsanweisungen mit hoher Dringlichkeit. Weil sie bestehende Kommunikationsverläufe nutzen und über kompromittierte Konten agieren, wirken die Nachrichten authentisch — Unternehmen überweisen daraufhin Geld auf Konten der Täter.

Der klassische Phishing-Schutz reicht gegen dieses mehrstufige Muster nicht aus. Stoïk setzt deshalb auf eine Kombination aus regelbasierten Prüfungen, Machine-Learning-Verfahren und manueller Bewertung durch ein eigenes Security Operations Center (SOC). Verdächtige E-Mails werden automatisiert analysiert und von Sicherheitsexperten bewertet, bevor Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Dieser mehrstufige Ansatz soll Phishing, Business-Email-Compromise und Finanzbetrug als zusammenhängende Kette erkennen.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 23. Juli 2026
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