Auf den Punkt: VPN-Geräte von Palo Alto, Fortinet, Citrix und Check Point werden von Ransomware-Gruppen systematisch ausgenutzt, weil sie direkten Netzwerkzugriff bieten und häufig ungepatcht sind.
Cyberkriminelle nutzen eine kritische Authentifizierungslücke (CVE-2026-0257) in Palo Alto GlobalProtect aus, um die Qilin-Ransomware einzuschleusen. Mehrere Ransomware-Gruppen konzentrieren sich zunehmend auf verwundbare VPNs und Edge-Geräte als bevorzugte Angriffsvektoren.
Arctic Wolf Labs dokumentiert eine Serie von Eindringungen im Juni, bei denen die Authentifizierungslücke CVE-2026-0257 in Palo Alto GlobalProtect Portal und Gateway zentral war. Die Ausnutzung begann Tage nach der Veröffentlichung der Sicherheitsinformation. Die Post-Exploitation-Techniken variierten: von schnellen Verschlüsselungs-Only-Operationen bis zu vollständiger Double-Extortion, was auf mehrere Affiliate-Operatoren unter dem Qilin-RaaS-Dach hindeutet.
Qilin war laut NCC Group Q2-2026-Report die aktivste Bedrohungsgruppe mit 14 % aller Anschläge. Neben GlobalProtect hat die Gruppe auch Lücken in Fortinet FortiGate, Citrix NetScaler und Check Point Remote Access VPN ausgenutzt. Check Point warnte im Juni vor Attacken auf VPNs, die noch das veraltete IKEv1-Protokoll verwenden. Citrix veröffentlichte im Juli Patches für eine CitrixBleed-ähnliche Flaw in NetScaler-Geräten. Im Juni exponierte die Fortibleed-Kampagne 75.000 FortiGate-Firewalls durch Credential-Compromise.
Qilin ist kein Einzelfall: The Gentlemen (Platz 2, 238 Opfer Q2 2026) bevorzugt Eindringungen über Firewalls und VPNs, insbesondere FortiGate und Cisco-Produkte. Akira (Platz 4, 127 Opfer) exploitiert VPN-Schwachstellen und missbraucht legitime Anmeldedaten, vor allem bei Ivanti, Cisco und Fortinet.
Netzwerk-Edge-Sicherheitsgeräte werden zunehmend zu Sicherheitsrisiken für Unternehmensverantwortliche. Ein starker Anstieg Zero-Day-Exploits zeigt, dass viele dieser Schwachstellen grundlegend und vermeidbar sind. Ein breites Spektrum von opportunistischen Hackern bis zu RaaS-Betreibern und staatlichen APT-Gruppen nutzt aktiv Software-Lücken aus.
VPNs sind für Angreifer attraktiv, weil sie direkten Zugang ins Unternehmensnetz bieten. Sie können über ungepatschte Lücken, gestohlene Anmeldedaten oder schwache Authentifizierung eindringen. Der Weg über Edge-Geräte verkürzt dabei das Erkennungs-Fenster erheblich – oft haben Sicherheitsteams nur wenig Zeit, Hersteller-Patches zu applizieren, bevor Exploitation beginnt.
Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 24. Juli 2026
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