Auf den Punkt: Während die Tycoon2FA-Abschaltung klassisches Phishing um 92 Prozent reduzierte, weichen Angreifer auf automatisierte BEC und Teams-basierte Social-Engineering aus.
Die Abschaltung der Phishing-as-a-Service-Plattform Tycoon2FA hat das Phishing-Aufkommen um 92 Prozent gesenkt und zwingt Angreifer zu neuen Delivery-Methoden. Microsoft dokumentiert in seinem Q2-2026-Lagebericht, dass attackierende Gruppen parallel zu QR-Code- und CAPTCHA-Phishing auf Business-Email-Compromise und Microsoft-Teams-basierte Social-Engineering ausweichen.
Microsoft hat in seinem Report „Email threat landscape: Q2 2026 trends and insights“ dokumentiert, dass das Phishing-Volumen, das mit der Tycoon2FA-Plattform verbunden war, nach deren Abschaltung um 92 Prozent sank. Im Monatsverlauf fiel das Tycoon2FA-bezogene Phishing-Aufkommen von 15 Prozent Rückgang im März auf 22 Prozent im April, dann auf 74 Prozent im Mai (1,5 Millionen Nachrichten) und weitere 20 Prozent im Juni (1,2 Millionen Nachrichten) – niedrigstes Volumen seit mindestens einem Jahr.
QR-Code-Phishing sank von 18,7 Millionen Angriffen im März auf 8,3 Millionen im Juni; CAPTCHA-Phishing fiel von 12 Millionen auf 2,2 Millionen. Diese Zahlen zeigen, dass die Kundenbase von Tycoon2FA nicht zu Ersatz-Infrastruktur migriert hat. Parallel wuchs Business-Email-Compromise (BEC) um 121 Prozent zwischen März und April, fiel dann aber auf 3,9 Millionen im Juni. Die Abschaltung zwang Betreiber, Hosting, Domain-Registrierungen und Delivery-Mechanismen neu aufzubauen.
Als Reaktion verlagerten Angreifer ihre Aktivitäten: Microsoft Teams wurde vermehrt als Social-Engineering-Kanal genutzt, mit 19 Prozent Anstieg der erkannten Angriffe von März auf April. Gleichzeitig dokumentierte Microsoft eine hochautomatisierte BEC-Kampagne, die über 67.000 Nutzer mit Scripting, Amazon SES und Engagement-Tracking erreichte. Eine separate Kampagne zielte auf 107.000 Nutzer ab und missbrauchte Microsoft-Authentifizierungsflows, Teams-Archiv-Recording und ICS-Kalender-Invites zur Verschleierung von Malware-Lieferungen.
Microsoft empfiehlt Organisationen, Email-Filterung um Phishing-resistente Authentifizierung wie Passkeys und Phishing-resistente MFA zu ergänzen. Zusätzlich sollten Exchange Online Protection und Microsoft Defender for Office 365 mit Safe Links und Zero-Hour Auto Purge (ZAP) – das bereits zugestellte bösartige Emails vor dem Lesen entfernt – verstärkt werden.
Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 24. Juli 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.3.