Auf den Punkt: Eine unbekannte Exchange-OWA-Schwachstelle wird von Laundry Bear zur Platzierung persistenter Backdoors in Unternehmens-Mailboxen ausgenutzt.
Die russische staatliche Hackergruppe Laundry Bear (auch Void Blizzard genannt) missbraucht eine noch nicht behobene Schwachstelle in Microsoft Exchange Outlook Web Access, um die Backdoor OWAReaper auszuliefern und so langfristig auf Mailboxen zuzugreifen.
Die russische staatlich unterstützte Hacker-Gruppe Laundry Bear (alias Void Blizzard) setzt in E-Mail-Kampagnen eine bis dahin unbekannte Schwachstelle in Microsoft Exchange Outlook Web Access (OWA) ein. Über diese Lücke wird die spezialisierte Backdoor OWAReaper eingeschleust, die dem Angreifer persistenten und legitim erscheinenden Zugriff auf Unternehmens-Mailboxen ermöglicht.
Für CISOs ist diese Kampagne kritisch, weil sie mehrere Eskalationsfaktoren kombiniert: Erstens handelt es sich um eine Zero-Day-Lücke, gegen die noch kein Patch existiert. Zweitens nutzt OWAReaper das OWA-Interface selbst als Angriffspunkt — ein Service, der typischerweise mit hoher Berechtigungsstufe läuft und für legitime E-Mail-Funktionen notwendig ist. Drittens ermöglicht die Backdoor dem Angreifer, sich wie ein normaler Nutzer in die Mailbox einzuloggen, was die Detektion durch Standard-Anomalieerkennung erschwert.
Als unmittelbare Maßnahmen sollten Organisationen ihre Exchange-Systeme auf verdächtige OWA-Authentifizierungen überwachen, insbesondere auf Login-Muster außerhalb bekannter Geschäftszeiten oder von unerwarteten Standorten. Das Aktivieren von Multi-Faktor-Authentifizierung auf Mailbox-Ebene kann den Missbrauch bereits kompromittierter Konten begrenzen. Bis Microsoft einen offiziellen Patch bereitstellt, empfiehlt sich eine Netzwerk-Segmentierung von Exchange-Systemen sowie die Beschränkung des OWA-Zugriffs auf vertrauenswürdige IP-Adressen.
Quelle: www.bleepingcomputer.com · Erschienen 30. Juli 2026
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