Auf den Punkt: Proofpoint erweitert seine Datensicherheitsplattform um mehrsprachige KI-Klassifizierung, EU-spezifische Datenkategorien und Hosting in Frankfurt, um Unternehmen bei Datenresidenz- und EU-AI-Act-Compliance zu unterstützen.
Proofpoint baut seine Data-Security-Plattform mit KI-gestützter, mehrsprachiger Klassifizierung sensibler Daten sowie Hosting im Frankfurter Rechenzentrum aus. Für CISOs relevant, weil sich damit Datenresidenz-Anforderungen und Vorgaben des EU AI Act leichter erfüllen lassen.
Proofpoint erweitert seine Plattform für Datensicherheit und Datenverwaltung um KI-gestützte Funktionen zur Identifikation und Klassifizierung sensibler Informationen. Die Lösung unterstützt künftig die automatische Erkennung sensibler Daten in sechs europäischen Geschäftssprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch. Damit soll unabhängig von der Sprache erkennbar sein, wo sich geschäftskritische oder personenbezogene Informationen befinden, wer darauf zugreifen kann und wie sie genutzt werden. Ergänzt wird die Klassifikator-Bibliothek um europäische Kategorien wie Personalausweis- und Passdaten, Steueridentifikationsnummern, Mobiltelefonnummern sowie Postanschriften aus allen EU-Mitgliedstaaten. Diese Klassifizierungen sind an Data-Loss-Prevention-Richtlinien angebunden, sodass sich Sicherheitsrichtlinien automatisiert ableiten lassen.
Zentraler Bestandteil des Ausbaus ist die Bereitstellung der Data Security Posture Management (DSPM)-Funktionen über das Proofpoint-Rechenzentrum in Frankfurt am Main. Für Sicherheitsverantwortliche bedeutet dies, dass sich Datenresidenz- und Datenschutzanforderungen erfüllen lassen, ohne auf Verarbeitung außerhalb Europas angewiesen zu sein. Nach Angaben von Proofpoint erhalten Sicherheitsteams dadurch einen Überblick über sensible Datenbestände über Cloud-Dienste, SaaS-Anwendungen, E-Mail-Systeme, Endgeräte und lokale IT-Umgebungen hinweg.
Für CISOs mit Verantwortung für EU-AI-Act-Compliance ist relevant, dass die Plattform erkannte Datenrisiken bewertet und diesen passende Governance- und Compliance-Maßnahmen zuordnet. Damit lässt sich einschätzen, wo KI-Anwendungen im Unternehmen mit sensiblen Daten in Berührung kommen und welche Schutzmaßnahmen daraus folgen. Hintergrund der Erweiterung ist laut Proofpoints „AI and Human Risk Landscape Report 2026“, dass 42 Prozent der befragten Unternehmen bereits einen bestätigten oder vermuteten Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz erlebt haben.
Für die Praxis heißt das: Wer bereits Proofpoint-Lösungen im Einsatz hat, sollte prüfen, ob die neuen Klassifikatoren und das Frankfurt-Hosting bestehende Datenschutz-Folgenabschätzungen und AI-Act-Risikobewertungen unterstützen können. Unternehmen ohne bestehende DSPM-Lösung können die Ankündigung als Anlass nehmen, den eigenen Bedarf an mehrsprachiger, EU-konformer Datenklassifizierung im Kontext wachsender KI-Nutzung zu evaluieren.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 5. August 2026
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