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Shell untersucht mutmaßlichen Datendiebstahl nach Clop-Erpressung

Auf den Punkt: Clop nutzt die kritische PTC-Windchill/FlexPLM-Schwachstelle CVE-2026-12569 aus und listet Shell neben mindestens 42 weiteren Unternehmen als Opfer mit angeblich 89 GB entwendeter Daten.

Die Ransomware-Gruppe Clop behauptet, dem Energiekonzern Shell rund 89 Gigabyte vertrauliche Unternehmensdaten entwendet zu haben. Shell bestätigt laufende Untersuchungen, Details zum Ausmaß bleiben offen.

Der britische Energiekonzern Shell prüft derzeit einen möglichen Sicherheitsvorfall in seinen IT-Systemen. Die Erpressergruppe Clop hat Shell auf ihrer Darknet-Leak-Plattform gemeinsam mit 42 weiteren Unternehmen als neues Opfer gelistet und gibt an, rund 89 GB sensibler Daten erbeutet zu haben – darunter technische Konstruktionszeichnungen, Testberichte von Anlagen, Fotografien von Einrichtungen sowie strategische Projektpläne. Ein Shell-Sprecher erklärte gegenüber Medien: „Wir sind uns eines potenziellen Vorfalls bewusst. Wir arbeiten mit unseren Sicherheitsteams und relevanten Experten zusammen, um diesen zu untersuchen.“ Konkrete Angaben zum Umfang der Betroffenheit machte der Konzern bislang nicht. Auch andere Großkonzerne wie General Electric und Philips sollen im Visier der laufenden Clop-Kampagne stehen.

Als Einfallstor identifizierten Sicherheitsanalysten eine kritische Schwachstelle in den Produkt-Lebenszyklus-Management-Plattformen PTC Windchill und FlexPLM, geführt unter der Kennung CVE-2026-12569. Sicherheitsunternehmen wie ReliaQuest und die Organisation Ransom-ISAC bestätigten aktive Ausnutzung der Lücke: Angreifer schleusen JSP-Webshells in öffentlich erreichbare Server ein, um Entwicklungs- und Unternehmensdaten abzuziehen. CISA und das BSI hatten bereits im Juni vor der akuten Bedrohung gewarnt und zur umgehenden Schließung der Lücke aufgefordert.

Für CISOs ist relevant, dass die betroffene PTC-Software weltweit von mehr als 30.000 Kunden in Branchen wie Luftfahrt, Automobilbau, Maschinenbau und Energie eingesetzt wird – Sektoren mit hohem Anteil an geistigem Eigentum in Entwicklungsdaten. Eine erfolgreiche Kompromittierung von Windchill oder FlexPLM kann daher unmittelbar zum Abfluss von Konstruktionsdaten und strategischen Projektinformationen führen, wie der Shell-Fall zeigt. Die breite Opferliste der Clop-Kampagne deutet auf eine systematische Ausnutzung der Schwachstelle über mehrere Branchen hinweg hin, nicht auf einen isolierten Einzelfall.

Betreiber der PTC-Produkte sollten die von PTC bereitgestellten Sicherheitspatches für Windchill und FlexPLM umgehend einspielen, betroffene Systeme hinter abgesicherten VPNs oder Vertrauens-Gateways platzieren und bei Kompromittierungsverdacht betroffene Server isolieren, forensische Spuren sichern sowie sämtliche Zugangsdaten erneuern.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 17. August 2026
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