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Wie sich die Rolle des CISO bis 2029 verändern wird

Auf den Punkt: Laut KPMG-Bericht und erfahrenen CISOs entwickelt sich die Rolle bis 2029 vom reaktiven Risikowächter zum strategischen Enabler für sichere, KI-getriebene Geschäftsinnovation.

Sicherheitsverantwortliche und Analysten erwarten, dass sich der CISO in den kommenden Jahren vom reinen Risikowächter zum strategischen Wegbereiter für sichere Innovation entwickelt. Ein aktueller KPMG-Bericht und Einschätzungen erfahrener CISOs zeichnen ein Bild zunehmender geschäftlicher Verantwortung bei gleichzeitig wachsendem Bedrohungs- und Innovationsdruck.

Wolfgang Goerlich, seit sieben Jahren CISO und mittlerweile in einer Position im öffentlichen Sektor sowie als Dozent bei IANS Research tätig, beschreibt die historische Entwicklung der Rolle seit ihrer Entstehung 1995 in drei Phasen: von der „Abteilung für Nein“ über „lasst uns langsamer machen“ hin zu „lasst uns auf Basis von Verständnis klügere Risiken eingehen“. Für die kommenden Jahre erwartet er, dass CISOs verstärkt als Impulsgeber für Innovation auftreten und in Vorstands- sowie Führungsgesprächen beraten, wie Unternehmen kalkulierte Risiken mit neuen Technologien, einschließlich KI, eingehen können.

Ein 2026 veröffentlichter KPMG-Bericht zur Entwicklung der CISO-Rolle stützt diese Einschätzung: Digitale Plattformen, künstliche Intelligenz und Drittanbieter-Ökosysteme beschleunigten den Wandel, sodass von Sicherheitsverantwortlichen zunehmend erwartet werde, Reaktionsgeschwindigkeit zu ermöglichen und gleichzeitig die Verantwortung für unternehmensweite Risiken zu übernehmen. Laut KPMG bewegt sich der moderne CISO an der Schnittstelle von technologischer Chance und beispiellosem Risiko, was eine grundlegende Weiterentwicklung der Rolle erfordere – vom reinen Technologen zum Geschäftsverantwortlichen und „Storyteller“, der komplexe Bedrohungen in einen geschäftlichen Kontext übersetzen kann. KPMG bezeichnet dies als Übergang zum „strategischen Facilitator für sichere Innovation“, dessen Aufgabe es sei, dem Unternehmen ein sicheres und vertrauenswürdiges Tempo bei Innovationen zu ermöglichen.

Goerlich erlebt diesen Wandel nach eigenen Angaben bereits konkret: Ihm wurde der Aufbau eines Innovationsteams übertragen, das Architektur-, Engineering- und Sicherheitsfachkräfte vereint. Auch in seiner Forschungsarbeit bei IANS trifft er zunehmend auf CISOs, die Innovationsprozesse leiten oder mitleiten. Vorstände und Geschäftsführungen erkennen laut Goerlich verstärkt, dass Sicherheitsverantwortliche in Führungsrollen Innovation beschleunigen statt bremsen, da sie wüssten, wie man kalkulierte Risiken eingeht. Er rechnet damit, dass bis 2029 mehr CISOs zusätzlich zum Cyberrisiko auch für das allgemeine Unternehmensrisiko zuständig sein werden – wobei er betont, dass die konkrete Ausgestaltung der Rolle je nach Organisation unterschiedlich bleiben wird, von stärker risikoorientierten bis zu eher taktisch ausgerichteten Positionen.

Diana Kelley, CISO bei Noma Security, beschreibt eine vergleichbare Verschiebung: CISOs entfernten sich zunehmend von einer reinen Verteidiger- und Compliance-Rolle hin zu einer Funktion als Enabler der Geschäftsstrategie. Für CISOs im DACH-Raum bedeutet diese Entwicklung, dass Board-Kommunikation, Geschäftsverständnis und die Fähigkeit, Risikoabwägungen für Innovationsvorhaben – insbesondere im Umfeld von KI – verständlich darzustellen, an Gewicht gewinnen dürften, während rein technische und reaktive Aufgabenanteile relativ an Bedeutung verlieren könnten.


Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 17. August 2026
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