Auf den Punkt: Ein neu demonstrierter Spectre-Seitenkanalangriff liest JWTs aus einem co-lokalisierten Cloudflare Worker mit bis zu 12 Bit/s aus, 360-mal schneller als eine Angriffstechnik von 2021.
Sicherheitsforscher haben einen praktisch durchführbaren Spectre-Angriff gegen Cloudflare Workers demonstriert, der ein JSON Web Token eines co-lokalisierten Workers in der Produktionsumgebung mit bis zu 12 Bit pro Sekunde ausliest. Das entspricht dem 360-fachen der Datenrate eines vergleichbaren Angriffs aus dem Jahr 2021.
Die Forscher bauten für ihren End-to-End-Versuch einen selbst kontrollierten Angreifer-Worker und einen ebenfalls selbst kontrollierten Opfer-Worker auf, die in der Produktionsumgebung von Cloudflare Workers co-lokalisiert liefen. Über eine Spectre-basierte Seitenkanaltechnik gelang es, geheime Daten aus dem Speicher des Opfer-Workers auszulesen, konkret ein JSON Web Token (JWT), das üblicherweise zur Authentifizierung und Sitzungsverwaltung genutzt wird. Die erreichte Datenrate von bis zu 12 Bit pro Sekunde übertrifft eine frühere, 2021 vorgestellte Angriffstechnik gegen dieselbe Plattform um das 360-fache.
Für Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen, die Multi-Tenant-Serverless-Plattformen wie Cloudflare Workers einsetzen, ist der Befund relevant, weil er zeigt, dass die isolierende Wirkung von V8-Isolates gegen Mikroarchitektur-Seitenkanalangriffe nicht vollständig ist. JWTs enthalten häufig Session- oder Authentifizierungsdaten; ein Auslesen durch einen fremden, co-lokalisierten Mandanten könnte im schlimmsten Fall zu Session-Hijacking oder Identitätsmissbrauch führen, sofern ausreichend Zeit und Zugriff auf die Zielumgebung bestehen.
Die veröffentlichten Details deuten darauf hin, dass es sich um einen Proof-of-Concept unter kontrollierten Bedingungen handelt, bei dem sowohl Angreifer- als auch Opfer-Worker von den Forschern selbst betrieben wurden. Eine Ausnutzung in einem realen Szenario setzt voraus, dass ein Angreifer gezielt einen Worker in unmittelbarer physischer Nähe zu einem Zielworker platzieren kann, was von der Scheduling-Logik der Plattform abhängt. Sicherheitsteams, die sensible Geheimnisse wie JWTs oder Session-Tokens in Serverless-Umgebungen verarbeiten, sollten prüfen, inwieweit zusätzliche Isolationsmechanismen, kurze Token-Lebensdauern und Verschlüsselung im Arbeitsspeicher als kompensierende Maßnahmen infrage kommen, bis der Anbieter etwaige Gegenmaßnahmen bereitstellt.
Quelle: thehackernews.com · Erschienen 19. August 2026
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