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Rumäniens Katasterdatenbank nach gescheitertem Erpressungsversuch vollständig gelöscht

Auf den Punkt: Ein identifizierter Hacker löschte die rumänische Katasterdatenbank als Vergeltung für gescheiterte Erpressung und blockiert damit landesweit alle Immobilienrechtsgeschäfte.

Ein Cyberkrimineller hat die zentrale Grundbuchdatenbank der rumänischen ANCPI-Behörde nach einem gescheiterten Erpressungsversuch vollständig zerstört. Der Angriff legt den gesamten Immobilienmarkt lahm und zeigt kritische Schwachstellen bei der Sicherung staatlicher Infrastruktur.

Die nationale Agentur für Kataster und Immobilienwerbung Rumäniens (ANCPI) ist Ziel eines destruktiven Cyberangriffs geworden. Der Angreifer verschaffte sich mit gültigen Zugangsdaten Zugriff auf die Systeme, entwendete interne Dokumente und Mitarbeiterdaten und löschte anschließend die vollständigen Grundbuchdaten auf den primären Servern. Rumänien verzeichnet jährlich zwischen 150.000 und 170.000 Immobilienverkäufe — alle können nun weder dokumentiert noch rechtlich verifiziert werden. Notarin Ana Stan beschrieb die unmittelbare Auswirkung: „Seit Dienstag kann ich keinen Grundbuchauszug ausstellen, keinen Verkauf beglaubigen und keine Hypothek eintragen.“

Der Angreifer trat unter dem Pseudonym ByteToBreach auf und forderte Lösegeld. Nach dem gescheiterten Erpressungsversuch zerstörte er die Daten. Anfangs deklarierte die ANCPI den Ausfall als technisches Problem, räumte später aber den gezielten Angriff ein. Die Behörde startet derzeit einen kompletten Wiederaufbau ihrer IT-Infrastruktur. Nach Aussage von Regierungsbeamten verfügt die Institution über physisch isolierte Offline-Backups an mehreren redundanten Standorten. Der Angreifer behauptete im Darknet, auch den Backup-Prozess sabotiert zu haben — eine Aussage, die Sicherheitsexperten anzweifeln. Die schrittweise Wiederherstellung der Systeme ist eingeleitet.

Das Cybersicherheitsunternehmen KELA identifizierte den mutmaßlichen Betreiber als Zakaria Mahdjoub mit Wohnsitz in Oran, Algerien. ByteToBreach wird eine Serie von Angriffen auf staatliche Systeme zugerechnet: das schwedische E-Government-Portal sowie staatliche Register in der Slowakei, der Ukraine, Polen und Litauen. Das Ausmaß dieser Kampagne deutet auf systematische Schwachstellen bei der Authentifizierung und Zugriffskontrolle in europäischen Behördennetzwerken hin.

Für CISOs demonstriert der Vorfall kritische Risiken: Die Kompromittierung mit gültigen Zugangsdaten zeigt Mängel bei der Identitätskontrolle und privilegierten Zugriffsverwaltung (PAM). Die destruktive Aktion nach gescheitertem Lösegeldversuch unterstreicht, dass auch fehlgeschlagene Cybererpressungen zu totalen Datenverlusten führen können. Das Vertrauen in vermeintlich sichere Offline-Backups wird durch die Angrifferseitige Behauptung ihrer Sabotage relativiert — eine Erinnerung an die Notwendigkeit, Backup-Integrität durch kryptografische Verifizierung zu sichern und regelmäßig zu testen.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 21. Juli 2026
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