Auf den Punkt: CISA und internationale Behörden empfehlen physische oder abgestufte Netzwerkinsolation für OT-Systeme kritischer Infrastrukturen mit regelmäßigen vollständigen Tests und manuellem Betrieb im isolierten Zustand.
Die US-amerikanische CISA und das australische ACSC haben gemeinsam mit dem FBI und internationalen Partnern die Leitlinie „CI Fortify" veröffentlicht. Sie adressiert wiederholte Angriffe von staatlich unterstützten Gruppen wie Volt Typhoon und Salt Typhoon, die über Jahre unerkannt in Netzwerken kritischer Infrastruktur tätig waren.
Volt Typhoon und Salt Typhoon gelang es nach Behördenangaben, monatelang oder jahrelang in Netzwerken kritischer US-Infrastruktur zu verweilen – darunter Systeme großer Telekommunikationsanbieter sowie Wasserversorgungsunternehmen wie American Water und ein Wasserwerk in Kansas. Die Angreifer nutzten die lange Verweildauer, um sich tief in den Systemen zu verschanzen. Die neue Leitlinie „CI Fortify“ zielt darauf ab, Organisationen proaktiv vor solchen Vorfällen zu schützen, statt erst im Ernstfall improvisieren zu müssen.
Die Empfehlung der Behörden ist eine gestaffelte Strategie: Zunächst müssen Organisationen die minimal erforderlichen Systeme für kritische Dienste identifizieren und alle ihre Verbindungen zu Firmennetzwerken, Cloud-Diensten, Dienstleistern und dem Internet dokumentieren. Als wirksamster Schutz wird die vollständige physische Trennung genannt. Ist dies nicht umsetzbar – etwa bei Cloud-Abhängigkeiten – raten die Behörden zur abgestuften Isolation, bei der Zugriffe je nach Bedrohungslage schrittweise eingeschränkt werden. In Fällen, wo physische Isolation nicht praktikabel ist, sollen gehärtete Netzwerkgrenzen und dedizierte Verbindungen zum Einsatz kommen.
Für die operative Umsetzung legen die Behörden nahe, Isolationspläne regelmäßig vollständig zu testen – Teiltests können versteckte Abhängigkeiten übersehen. Organisationen sollten zudem eine Offline-Kopie des Isolationsplans vorhalten und sicherstellen, dass isolierte Systeme manuell betrieben, überwacht und aktualisiert werden können, bis eine sichere Wiederverbindung möglich ist.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 29. Juli 2026
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